Essen- Tagung 22./23.Nov 2013

Die Psychiatrietagung „Psychiatrie ohne Zwang – Was ist das?“ wird den Platz der Psychiatrie in unserer Gesellschaft aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und historisch einbetten. Gleichzeitig sollen Perspektiven für die Zukunft der Psychiatrie aufgezeigt und wünsch- und umsetzbare Rahmenbedingungen formuliert werden.
Als Teilnehmende erhalten Sie die Möglichkeit, sich intensiv und durch unterschiedliche Zugangsformen mit der Entwicklung und der heutigen Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik und insbesondere in NRW, auseinanderzusetzen. Dabei können Sie je nach Interessenschwerpunkt aus den einzelnen eher theoretisch angelegten oder praxisbezogenen Workshops auswählen und dabei mit den anderen Teilnehmenden in Kontakt und Austausch treten.

Programm

 

Freitag, 22. November

Moderation: Miriam Krücke (Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.)

10:30 Uhr

Begrüßung durch die Veranstalter

10:45 Uhr

Parallel laufende Workshops zum Thema Zwangsmedikation und Psychopharmaka mit Dr. Reinhild Böhme (Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. und Mitglied der Besuchskommission nach PsychKG), Dr. David Schneider-Addae-Mensah (Klägervertreter beim Karlsruher Prozess zur Zwangsbehandlung), Prof. Wolf-Dieter Narr (Politikwissenschaftler), Dr. Burkhard Wiebel (Die Linke im LWL) und Rolf Decker (Verein ehemaliger Heimkinder)

12:30 Uhr     Mittagspause

13:30 Uhr

Dr. jur. Tanja Henking (Leiterin der Nachwuchsforschergruppe ¨Ethik und Recht in der modernen Medizin¨, Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin, Ruhr-Universität Bochum): Ethische und juristische Grundlagen psychiatrischen Handelns

14:30 Uhr

Dr. Reinhild Böhme (Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. und Mitglied der Besuchskommission nach PsychKG):

Die Arbeit der Besuchskommission nach PsychKG

15:30 Uhr    Pause

16:00 Uhr

Dr. David Schneider-Addae-Mensah (Vertreter der Kläger beim Karlsruher Prozess zur Zwangsbehandlung):Der Zwangsmedikationsbeschluss des Bundesverfassungsgerichts und seine Bedeutung

19:00 Uhr    Zeit für Austausch und Gespräche

Samstag, 23. November

10:00 Uhr

Begrüßung durch die Veranstalter

10:15 Uhr

Parallel laufende Workshops zum Thema Zukunftsweisende Therapieformen mit Eva Weissweiler (Schriftstellerin) und Klaus Kammerichs (Künstler), Dr. Piet Westdijk (praktizierender Psychiater in Basel), Matthias Seibt (Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.)

12:00 Uhr     Mittagspause

13:00 Uhr

Piet Westdijk: Chancen Alternativer Behandlungsmethoden

14:00 Uhr

Kathrin Vogler (MdB, stellvertretende Vorsitzende Gesundheitsausschuss): Mothers little Helpers – die Medikalisierung der Gesellschaft und Möglichkeiten des Widerstands

15:00 Uhr

Prof. Wolf-Dieter Narr (Politikwissenschaftler): Seminar zur Lage der Psychiatrie – Entwicklung des psychiatrischen Zwangs seit dem Foucault-Tribunal von 1998

17:00 Uhr    Abschluss

Begleitet wird die Tagung von einer Ausstellung mit Bildern und Texten aus künstlerisch-therapeutischer Arbeit von Eva Weissweiler und Klaus Kammerichs mit Patientinnen und Patienten.

Veranstalter:     Fraktion Die Linke. im Landschaftsverband Rheinland
Fraktion Die Linke. im Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW e. V.
Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e. V.
Allgemeiner Studierenden-Ausschuss der Universität Duisburg-Essen
Sozialistische Selbsthilfe Mülheim e. V.
Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW e. V.

Tagungsankündigung in leichter Sprache:

Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein Vertrag über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Dazu zählen auch Menschen mit psychischen Problemen. Sie sollen die gleichen Rechte haben wie alle anderen Menschen.

Aber in Deutschland darf nicht jeder Mensch für sich selber entscheiden.
Zum Beispiel müssen Patientinnen und Patienten in psychiatrischen Kliniken manchmal Medikamente nehmen auch wenn sie nicht wollen. Oft haben Medikamente gegen psychische Probleme schlimme Neben-Wirkungen. Manche Ärztinnen und Ärzte sagen nicht welche Neben-Wirkungen die Medikamente haben.

Vor 80 Jahren dachten viele Ärztinnen und Ärzte in Deutschland Menschen mit Behinderungen sind weniger wert als andere Menschen. Deshalb haben sie Menschen mit Behinderungen ermordet oder operiert, damit sie keine Kinder mehr bekommen können. Diese Zeit heißt: National-Sozialismus. Viele Ärztinnen und Ärzte des National-Sozialismus haben später selber Medizin unterrichtet.

Vor 40 Jahren gab es dann eine Psychiatrie-Reform. Reform heißt Neuerung. Dabei wurden die Behandlungen für Patientinnen und Patienten verbessert.

Trotzdem gibt es Behandlungen für Menschen mit Behinderungen die schlecht sind und nicht für andere Menschen gelten. Zum Beispiel werden Patientinnen und Patienten an das Bett gebunden.

Bei welcher Behandlung kann jede und jeder selber entscheiden? Das wollen wir Ihnen auf der Tagung zeigen. Die Tagung heißt: Psychiatrie ohne Zwang-Was ist das?
In Arbeitsgruppen soll über Erfahrungen und über die Zukunft der Psychiatrie gesprochen werden. Dazu laden wir herzlich ein!

Eine Anmeldung bis zum 8. November 2013 erfolgt an:

Die Linke. im LVR, Kennedy-Ufer 2, 50679 Köln

Tel. 0221/809 7666 Fax -7663

Die.Linke@lvr.de

Der Eintritt ist frei. Fahrtkosten für Bedürftige können von den Veranstaltern finanziert werden. Bitte nehmen Sie dazu mit ihnen Kontakt auf.

Anmeldung:

Name:_____________________________________
Adresse: ___________________________________
E-Mail:_____________________________________
Telefon:____________________________________
Organisation: _______________________________
Welche Hilfsmittel brauche ich? _________________
Kinderbetreuung erwünscht?     ja □    nein □
Komme ich mit Assistenz?        ja □    nein □

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