Rechte aus der UN-Konvention

Zum Download

http://www.psychiatrie.de/fileadmin/redakteure/dachverband/dateien/PIelaV/Meine_Rechte_aus_der_UN-BRK.PDF

Noch immer erleben Menschen mit psychischen Erkrankungen ihre Situation
aufgrund gesellschaftlicher Stigmatisierung und damit einhergehender Selbststigmatisierung häufig als beschämend und beängstigend. Ein Teil der Menschen
mit psychischer Erkrankung gerät krankheitsbedingt in soziale Isolation und
nimmt nicht mehr am gesellschaftlichen Leben, z.B. in Sportvereinen oder
Nachbarschaftsverbünden teil. Auch Angehörige und Familien fühlen sich durch
die gesellschaftlichen Stigmatisierungsprozesse bei psychischer Erkrankung oft
beeinträchtigt. Dazu tragen die Medien einen wesentlichen Teil bei. Allein das
in privaten wie aber auch öffentlich-rechtlichen Medien vermittelte Bild von
psychischen Störungen und deren Behandlungen ist geeignet, Ängste auszulösen, Abwehrhaltungen zu erzeugen und Behandlungsangeboten zu misstrauen.
Überzogen dramatische Berichterstattungen einzelner konkreter Vorfälle tragen weiter dazu bei, ein falsches gesellschaftliches Bild vom –meist als gefährlich dargestellten psychisch erkrankten Menschen – zu verstärken.

(….)

Welche Barrieren gibt es für psychisch Kranke?
Der Dachverband Gemeindepsychiatrie hat dazu Betroffene befragt. Hier
eine Übersicht über die häufigsten Antworten:
•Stigma – Die Erfahrung, unter dem Stigma psychischer Erkrankung so
zu leiden, dass dieses zu einer Barriere für Menschen mit psychischen
Krisen bei ihrem Leben in der Gemeinde wird,(….)
•Eigene Grenzen – Nicht so massiv wie die Stigmatisierung, aber immer
noch problematisch ist die empfundene persönliche Begrenzung. „Mangelndes Selbstwertgefühl“ als Barriere oder: es gebe keine Barrieren, „die
mache man sich selbst“ es liege an „der eigenen Selbststigmatisierung“.

(….)

•Allgemeine Barrieren – Als eigene Gruppe sind auch erkennbar diverse

allgemeine Aussagen, die eine Barriere beschreiben: „Ich empfinde die
deutsche Gesellschaft als kalt; die Fassade ist zu wahren; es herrscht
noch viel Angst“. Oder: „Das Leben wird wie in einem Gefängnis unter
Behinderten erlebt, es gibt Probleme mit dem Zusammenleben, Arbeiten,
Helfen, weg von den Gesunden“. „Biologistisches Menschenbild behindert die Kommunikation von Mensch zu Mensch“.
•Weitere Gründe – Einzelne differenzierte Sachaussagen zur Versorgung
erhellen das Bild: „Fehlen von sinnvollen Anlaufstellen abseits der größeren Städte. Insbesondere nach Vollversorgung eines stationären Aufenthalts. Fehlen von Integrationskonzepten in den sozialen politischen Alltag“. Oder: „Aufgeben meiner Erwerbsunfähigkeitsrente zugunsten eines
4-Stunden Jobs über 400 Euro nur mit hohem Risiko, die Rente gänzlich
zu verlieren“.(…)
„Meiner Einschätzung nach wäre es Aufgabe des Hilfesystems, die Klienten zu mehr
Eigeninitiative zu coachen und ihnen auch
die entsprechende Hoffnung zu vermitteln,
aus ihrer teils sehr desolaten Situation wieder herauszukommen, wie dies im
Recovery-Modell der Fall ist.“
Prof. Dr. Dirk Richter, Fachhochschule Bern, 2010 in der
Umfrage des Dachverbands Gemeindepsychiatrie „Inklusion fördern! Exklusion verhindern!
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