Soziale Firmen- Ehrliche Arbeit

Linzer Apell Als Beitrag einer ernstgemeinten Inklusion am Arbeitsplatz

http://www.bag-if.de/bag-if/linzer-appell/

Es zeigte sich, dass behinderte Kollegen und Kolleginnen eine erstaunliche Produktivität entfalten konnten, weil die Firmen ihnen ein Milieu bieten, das Rücksicht nimmt auf ihre Besonderheiten. Vor allem aber begegnet man ihnen mit Respekt und nicht mit der sonst leider üblichen Ablehnung oder gar Diskriminierung.

Die sozialen Firmen verzichten auf alles, was stigmatisierend und ausgrenzend wirkt. Sie treten nach außen auf wie gewöhnliche Firmen. Ihre Belegschaften sind gemischt, es gibt ein Miteinander behinderter und nicht behinderter Mitarbeiter. Da, wo erforderlich, unterstützen soziale Fachkräfte die behinderten Kollegen direkt im Betrieb. Die Arbeitsabläufe (bis hin zur speziellen technischen Ausstattung) werden auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Ermutigt durch die positiven Ergebnisse verschiedener, wissenschaftlich begleiteter Modellvorhaben, zu denen die EU maßgeblich beitrug, wurden in immer mehr Ländern durch Programme oder Gesetze Instrumente zur Förderung der Sozialfirmen geschaffen.

Dieser Prozess ist bei weitem nicht abgeschlossen. Die Förderungsmodalitäten sind von Region zu Region und Land zu Land höchst unterschiedlich. Entsprechend unübersichtlich ist die Landschaft. Es gibt auch in Ländern, die über eine relative solide Förderbasis verfügen, große regionale Unterschiede. Dabei ist der Bedarf in allen Ländern wachsend, da die Eingliederungshemmnisse für leistungsgeminderte Arbeitssuchende aufgrund der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung zunehmen.(…)

Die BAG IF ist eine Vertretung der Integrationsfirmen.

Soziale Firmen – eine Erfolgsstory

Auslöser für die Gründung von Sozialfirmen war in nahezu allen Ländern in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts das Zusammentreffen zweier Entwicklungen:

  • Die Behindertenhilfe – insbesondere für seelisch behinderte Menschen – wurde reformiert. Inhumane und wohnortferne Großanstalten wurden Schritt für Schritt verkleinert, modernisiert, ergänzt durch ambulante und teilstationäre Angebote in den Gemeinden. In Italien – und später Großbritannien – ging man sogar einen Schritt weiter. Man schloss die Anstalten und ersetzte sie komplett durch alternative Angebote der ambulanten Betreuung, des Wohnens, der Freizeitgestaltung und der Arbeit.
  • Gleichzeitig ging in Europa – zum Teil als Folge der Ölkrise – die Nachkriegsphase eines langen Wirtschaftsbooms zu Ende. Immer mehr Menschen wurden langfristig aus dem Arbeitsleben ausgegrenzt.
    Der Arbeitsmarkt war nicht in der Lage, die in die neue Freiheit gemeinde-zentrierter Lebensformen entlassenen ehemaligen Anstaltsbewohner aufzunehmen.

Die Alternativen zum erzwungenen Untätigsein waren wenig befriedigend für diejenigen, die für beschützte Beschäftigungsformen des Sozialwesens (Werkstätten, Tagesstätten etc.) zu leistungsfähig waren. Nahezu zeitgleich begannen daher sozialpsychiatrisch Tätige in mehreren Ländern (allen voran Italien (Franco Basaglia), England (Douglas Bennett) und Westdeutschland (Klaus Dörner), kleine Betriebe zu gründen, die auf Nonprofit-Basis Auftragsarbeiten im Produktions- oder Dienstleistungsbereich übernahmen und ihren behinderten Mitarbeitern alle Arbeitnehmerrechte gewährten.

Sie definierten sich von Beginn an als Teil des allgemeinen Arbeitsmarktes mit all seinen Rechten, Pflichten, Chancen und Risiken. Sie fanden in der Regel Auftraggeber aus der freien Wirtschaft und entwickelten aus den zunächst oft amateurhaften Startbemühungen heraus betriebswirtschaftliches und fachliches Know-How, um sich im Kosten- und Qualitätswettbewerb erfolgreich behaupten zu können.(…)

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